Europa-Union Rheinland-Pfalz bestätigt Landesvorstand und fordert ein handlungsfähiges Europa
44. Landeskongress in Bad Kreuznach verbindet europapolitische Debatte mit personeller Kontinuität
Unter dem Leitthema „Europa als Global Player in einer multipolaren Welt“ ist die Europa-Union Rheinland-Pfalz am 12. September 2026 zu ihrem 44. Landeskongress im Haus des Gastes in Bad Kreuznach zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen die internationale Rolle Europas, die strategische Handlungsfähigkeit der Europäischen Union und die Neuwahlen des Landesvorstands.
Zum Auftakt begrüßte der Landesvorsitzende Dr. Norbert Herhammer die Delegierten und Gäste. Grußworte sprachen Marcus Klein, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien sowie Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, der Bad Kreuznacher Oberbürgermeister Emanuel Letz und Ron Budschat, Vorsitzender des Kreisverbandes Bad Kreuznach.
Dr. David Sirakov, Direktor der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz, beleuchtete in seinem Impulsvortrag den Wandel der internationalen Ordnung und dessen Auswirkungen auf Europa. Anschließend diskutierte er mit Prof. Dr. Andrea Wechsler, Präsidentin der Europa-Union Deutschland, über Europas Rolle in einer multipolaren Welt. Die Moderation übernahm Dr. Norbert Herhammer.
Einen regionalgeschichtlichen Akzent setzte das Nachmittagsprogramm „Bad Kreuznach und Europa: Geschichte, Gegenwart, Zukunft“. Nach einer Videobotschaft von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner erinnerte Ingo Espenschied in einer multimedialen DOKULIVE-Präsentation an das historische Treffen von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle in Bad Kreuznach.
Leitantrag fordert strategische Souveränität Europas
Mit dem Leitantrag „Die Europäische Union als Global Player in einer multipolaren Welt“ fordert der Landeskongress eine politisch handlungsfähigere und strategisch souveräne Europäische Union. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der geopolitische Wettbewerb mit China, hybride Bedrohungen und Unsicherheiten in den transatlantischen Beziehungen machten deutlich, dass Europa mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen müsse.
Strategische Souveränität bedeute dabei weder Abschottung noch Protektionismus. Sie beruht laut Leitantrag auf drei Säulen:
• wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Innovation,
• eine gemeinsame europäische Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik,
• widerstandsfähige demokratische Institutionen.
Eine stärkere europäische Verteidigungsfähigkeit soll den europäischen Pfeiler der NATO stärken und die transatlantische Partnerschaft belastbarer machen. Zugleich müsse die europäische Waffenbeschaffung weiter harmonisiert werden.
Die Europa-Union fordert außerdem Mehrheitsentscheidungen in der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik, stärkere Kompetenzen für das Europäische Parlament, transnationale Wahllisten und eine Reform der europäischen Verträge. Die geostrategisch notwendige Erweiterung um die Ukraine, Moldau und Staaten des westlichen Balkans müsse mit institutionellen Reformen verbunden werden.
Gemeinsame Investitionen in Forschung, Digitalisierung und Schlüsseltechnologien sollen Europas Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität stärken. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte bleiben dabei unverhandelbar.
Kontinuität im Landesvorstand
Im verbandsinternen Teil bestätigten die Delegierten Dr. Norbert Herhammer als Landesvorsitzenden. Günter Densborn, Jörg Saalbach und Dr. Otto Schmuck wurden als stellvertretende Landesvorsitzende wiedergewählt. Holger Scharff bleibt Landesschatzmeister.
Neu als Beisitzerin in den Landesvorstand gewählt wurde Lisa Mandau. Sie wird die Landesgeschäftsführung des Landesverbandes im Oktober an Marika Abada übergeben und sich künftig ehrenamtlich im Landesvorstand engagieren.
Mit den personellen Entscheidungen und dem Leitantrag verbindet die Europa-Union Rheinland-Pfalz Kontinuität in der Verbandsarbeit mit einem klaren Auftrag: Nur eine geeinte, demokratische und handlungsfähige Europäische Union kann ihre Werte schützen und die internationale Ordnung aktiv mitgestalten.